Deep-Sky-Herausforderungen

Über Objekte wie den Pferdekopfnebel, das Einstein Kreuz oder weit entfernte Quasare wird gern und oft diskutiert, doch was ist davon visuell wirklich zu sehen? Hier meine subjektiv ausgewählte Auflistung von "Ultimativen Objekten" mit Rang und Namen, sortiert nach Objektkategorie...

Sternhaufen PN Galaktische Nebel Galaxien Galaxiengruppen Quasare/Pulsare/Sterne Paare

zur Objektliste (Daten)

Sternhaufen
NGC 206 - Einzelsterne

DSS II R 5' x 5'

Schwierigkeit bei exakten Identifikation sind die helleren Vordergrundsterne unserer Milchstraße, die nicht zu M 31, also auch zum NGC 206 Sternsystem gehören. Der nach Massey 1998 einzige Sterne in Reichweite visueller Amateurteleskope ist der rote Riese "M31ob78-719" mit einer Helligkeit von 16,5 vmag. Eine andere Photometrie (Magnier+ 1992) bestätigt die Helligkeit mit 16,4 vmag. Der Stern sollte daher in Reichweite von 16", besser 20" Öffnung liegen.

16", 450x, fst 6m5+
Keine Einzelsterne auszumachen. Achtung, Vordergrundsterne täuschen zur Galaxie gehörige Sterne vor!

NGC 604 - eingebetteter Sternhaufen

Volker Wendel/Bernd Flach-Wilken - spiegelteam.de

NGC 206 gehört zur hellsten HII Region von M 33 und kann bereits mit 4" Öffnung problemlos gesehen werden. Besonderheit sind die eingebetteten Einzelsterne, die Helligkeiten ab 16 vmag aufweisen und Ziel von Öffnungen ab etwa 16" sind.

20", 830x, fst 7m+, Seeing II
Bei sehr guten Seeing im Hochgebirge sind 4 Sternhaufen als stellare Aufhellung in Dreiecksform zu erkennen. Ein fünfter Sternhaufen blitzt auf, kann aber nicht gehalten werden.

NGC 2419 (Intergalaktischer Wanderer) - Einzelsterne

DSS II B 5' x 5'

NGC 2419 gehört zu den entferntesten Kugelhaufen unserer Galaxie (derzeit 5.). Zusammen mit seiner hohen Konzentration (Klasse II) ist es daher schwierig den Kugelhaufen anzulösen, eine Körnigkeit, bzw. Einzelsterne erkennen zu können. Hellste Einzelsterne 17,3 mag.

16", 450x, fst 6m5+
Kugelhaufen wirkt insgesamt unruhig, Einzelsterne können aber nicht erkannt werden.

NGC 6749

DSS II B 7' x 7'

NGC 6749 ist der schwächste Kugelsternhaufen des NGC-Kataloges und erfordert daher guten Himmel und mittelgroße Öffnung. Berichte bestätigen Sichtungen mit 8" Öffnung. Hellste Einzelsterne 18 mag.

16", 257x, 7m0+
Schwach, bei 57x relativ klein, aber flächig; indirekt leicht zu halten; geringfügig ist Konzentration zur Mitte zu erkennen; trotz 257x keine Einzelsterne oder Körnung

Berkeley 83

DSS II B 7' x 7'

Sehr schwacher offener Sternhaufen mit weniger als 50 Sterne. Hellste Sterne weisen Helligkeiten um die 17 mag auf.

16", 180x, 6m5+
Extrem schwer; probiere lange um die ideale Vergrößerung und AP für den schwachen Haufen zu finden; am besten zeigt sich eine AP um 2,2mm; an der Wahrnehmungsgrenze taucht an entsprechender Stelle eine runde, ca. 1' messende Aufhellung auf, die an der S Seite etwas besser definiert scheint; die Aufhellung ist nicht zu halten, taucht aber wiederholt sicher an der richtigen Stelle auf; an Einzelsterne ist nicht zu denken
(siehe Zeichnung)

Kronberger 28

DSS II B 7' x 7'

Schwacher Offener Sternhaufen 14' SO von NGC 6871. Der vom österreichischen Amateurastronomen Matthias Kronberger entdeckte Haufen wurde erst im Jahre 2006 als solcher veröffentlicht.

16", 150x, 7m+
Drei 15mag Vordergrundsterne indirekt leicht zu halten; dazwischen nach Osten etwa 3:2 elongierte, extrem schwache, flächige Aufhellung; Mitbeobachter bestätigt Aufhellung; an Einzelsterne ist nicht zu denken; Grenzbeobachtung
(siehe Zeichnung)

Palomar 15

DSS II B 10' x 10'

Schwächster und zuletzt hinzugefügter (1959, Zwicky) Kugelsternhaufen des Palomar Kataloges und einer der schwersten Kugelsternhaufen überhaupt. Hellster Einzelstern 17,1 mag. (weitere Informationen)

16", fst 7m0+
KH selbst nicht gesehen; halte erst eine kleine Sterngruppe, 3' südlich für den KH, Sterngruppe ist aber zu klein für den KH

16", 129x, fst 7m0+
KH extrem schwer, genau Position bekannt, ab und zu schimmert an richtiger Stelle ein schwacher, großer Fleck durch, Beobachtung unsicher

24", 126x, fst 7m0+
Auch mit 60cm Öffnung und sehr guter Himmelsdurchsicht absolutes Grenzobjekt, mit AP 6mm bestes Ergebnis, schwacher Schimmer vom Vortag im 16" bestätigt sich, Mitbeobachter glaubt an der Stelle auch etwas zu sehen
(siehe Zeichnung)

27", 172x, fst 7m+
Bei 172x ist eine sehr schwache Aufhellung zu erkennen; indirekt nicht zu halten, aber sicher wiederholt auftauchend, keine Einzelsterne; Aufhellung leicht 2:3 N-S elongiert und etwa 3,5' groß; W Kante am besten definiert und gut zu verfolgen; exakte Größe aber nicht abzuschätzen
 

Whiting 1

DSS II B 7' x 7'

Erst 2002 durch Whiting, Hau und Irwine aufgefunden und daher einer der letzten entdeckten galaktischen Kugelsternhaufen. Morphologisch gehört das Objekt zu den jüngsten bekannten GC's. 42" W PGC 1073973 (18,6 bmag)

16", 360x, fst 7m+
15,2 vmag hellen Stern in unmittelbarer Nähe (40" S) schwierig indirekt zu halten; bei hoher Vergrößerung fällt dann eine extrem schwache Fläche an Stelle des Kugelhaufen auf; lässt sich auch indirekt nicht halten, taucht aber wiederholt an exakter Stelle auf; klar flächig ohne weiteres Detail; keine Einzelsterne zu erkennen; sehr schwierig aber sicher
(siehe Zeichnung)


Planetarische Nebel
Messier 27 - Halo

DSS II B 20' x 20'

Das Halo ist hauptsächlich in zwei Segmenten aufgeteilt und leuchtet merklich im [OIII], was die Beobachtbarkeit mit entsprechenden Linienfilter zulässt.

16", 129x, [OIII], fst 7m0+
Halofragment auf NW Seite einfacher; indirekt gut und sicher zu verfolgen; startet bei einem Doppelstern und läuft etwa 4' in Richtung SW aus; Fragment auf O Seite deutlich schwieriger und nur indirekt aufblitzend; deutlich kürzer direkt an 9mag Stern nach N verlaufend

14", ~100x, [OIII], fst 7m0+
Sehr ähnliche Beobachtung wie mit 16" oben; bei exzellenter Durchsicht wirkt das NW Fragment sogar auffällig und kann problemlos fast direkt gesehen werden

Messier 57 - Halo

Bernd Gährken

Das etwa 2,5' Durchmesser aufweisende Halo leuchtet vorwiegend im roten Bereich und Hα, was die Beobachtung als sehr anspruchsvoll erscheinen lässt.

16", 180x (106x), UHC, fst 7m+
Jeweils alle Filterkombinationen (2 x [OIII], Hß, UHC) bei 106x (4mm AP) und 180x (1mm AP) probiert; Schwierigkeit bereiten gerade an der langen NW Seite eine 14mag Sternkette, die sich in ähnlichen Abstand wie das Halo befindet, sodass eine Aussage auf der Seite nur bedingt möglich ist; gewinnbringender Filter ist nur der UHC; bereits bei 106x zeigt sich an der langen SO Seite Unregelmäßigkeiten, die aber noch zu klein sind; bei 180x ist dann exakt am südlichsten Punkt des PN eine etwa 0,5' lange Aufhellung nach S zu erkennen; diese ist zwar sehr schwach, lässt sich aber wiederholt und sicher wahrnehmen; eine Verwechselung mit einem an der Stelle befindlichen Stern kann auf Grund von Beobachtung ohne Filter ausgeschlossen werden; noch schwächer und von der Beobachtung als unsicher zu bezeichnen zeigt sich eine weitere Aufhellung, die vom 12,5mag hellen Vordergrundstern im O 0,5' lang in Richtung SW zu verfolgen ist; ein kompletter Haloring ist nicht zu sehen
(siehe Zeichnung)
 

NGC 2392 (Eskimonebel) - Brücke

Bernd Gährken

Die Brücke befindet sich im Abstand von nur knapp 3" nördlich der südlichen Begrenzung der Innenschale. Damit stellt sie bezüglich Auflösung und Kontrast eine Herausforderung für große Teleskope dar und benötigt beste Seeingbedingungen.

16", 515x, fst 7m0+, Seeing I
Nach etlichen Fehlversuchen mit 16" Öffnung nun doch bei perfekten Seeingbedingungen gesehen; wirkt wie eine Art "Dunkelloch" und setzt sich visuell als schwarze Stelle innerhalb der schmal zulaufenden S Seite der Innenschale
(siehe Zeichnung - ohne Brücke)

NGC 6543 (Katzenaugennebel) - Halo

DSS II B 10' x 10'

Den hellen PN NGC 6543 umgibt ein etwa 5' große, komplett geschlossene Halostruktur, die hier die Herausforderung darstellt. Der hellsten Haloknoten im westlichen Bereich IC 4677 ist bereits mit mittelgroßen Teleskopen zu beobachten.

16", 100x, [OIII], fst 6m+
Hellstes Halofragment IC 4677 einfach mit Filter als längliche Aufhellung zu erkennen; vom geschlossenen Halo ist unter gutem Landhimmel nichts zu sehen

NGC 7662 (Blauer Schneeball) - Fliers

Bernd Gährken

Als "Fliers" (fast low-ionization emission regions) gelten längliche Aufhellungen in den Außenbereichen von meist elliptischen PN, die in dessen Symmetrieachsen aufzufinden sind. Solche Emissionsgebiete sind in Reichweite von Amateure, auch für visuelle Beobachter.

16", 600x, fst 6m+, Seeing II
Bei hoher Vergrößerung zerfällt PN in zwei Bereiche, Innenschale als zwei elliptisch geformte Bögen SW und NO zu sehen; Bögen sind Richtung NW und SO offen, wobei NW Öffnung weiter und auffälliger ist; die Innenschale wird von 3:2 elongiertem Außenbereich umgeben; die platte SO Seite ist besser begrenzt und an der Außenkante etwas heller - der hellste Flier; die Fliers an den NO und SW nicht gesehen

CRL 2688 (Egg Nebel) - Außenstruktur

Stefan Seip - astromeeting.de

Die radialen, sich an den jeweiligen Seiten in konischer Form aufgabelnden Strukturen sollen hier die Herausforderung des hellsten Protoplanetarischen Nebels CRL 2688 sein. Die Strukturen sind fotografisch vom Ansatz her auf der NO Seite ca. 29" und auf der SW Seite 18" lang nachweisbar.

16", 600x, fst 6m+
Aus hellen Knoten meine ich schwache, leicht konisch verlaufenden Ansätze zu sehen, insgesamt aber grenzgängige Beobachtung und unsicher
(siehe Zeichnung)

18", 810x, fst 7m0+
Beide Knoten hell; sehr gutes Seeing; bei entsprechender Vergrößerungen sind aus den Knoten zwei Ausläufer zu beobachten; aus hellerem Knoten läuft hellere, breiterer aber kürzerer Ansatz raus; von schwachen Knoten ist Ausläufer eher schmal, dafür flächenheller

27", 586x, fst 7m+
Bei durchschnittlichen Seeing beide Auswürfe klar zu sehen; laufen nach außen hin breiter werdend von beiden Knoten weg; die Faserstruktur und die ringförmigen Schockfronten sind als solche nicht zu erkennen; Auswurf beim hellsten Knoten am auffälligsten und bis auf 1,5-facher Länge des Knotens selbst zu verfolgen; Auswurf vom schwächeren Knoten etwa ähnliche Länge wie Knoten selbst
 

Red Rectangle - Form

DSS II R 5' x 5'

Der Nebel gehört zur Klasse der Protoplanetarischen Nebel. Um den engen, doppelten (0,17") Zentralstern HD 44179 befindet sich eine sehr schwache, hauptsächlich im roten strahlende rechteckige Struktur. Visuell stellt diese die eigentliche Herausforderung dar.

16", 257x-600x, fst 6m5+, Seeing IV
Heller Zentralstern; selbst bei hoher Vergrößerung ist vom Red Rectangle nichts zu sehen; schlechtes Seeing

Rotten-Egg Nebel - Struktur

DSS II IR 5' x 5'

Der sehr schwache Protoplanetarische Nebel befindet sich nur 6,5' O vom hellen PN NGC 2438 in M 46. Er weist extrem schwache, vorwiegend im Infraroten leuchtende, beidseitig etwa 20" lange, schmale Ausläufer auf, die visuell extrem schwer nachweisbar sein sollten.

16", 400x, fst 6m5+
Zum Auffinden wird exakte Karte benötigt; ohne Filter ist an der Stelle eine sehr schwache, stellare Aufhellung zu erkennen, die indirekt nur schwer zu halten ist; es sind weder Fläche noch die Ausläufer zu beobachten


Galaktische Nebel

NGC 1555 (Hind's Variabler Nebel)

DSS II R 7' x 7'

Hind's Variabler Stern befindet sich in unmittelbare Nähe des etwa 10 mag hellen Sterns T-Tauri, welcher den Nebel erst so interessant macht. Dieser junge, immer noch mit einer Staubhülle umgebener Veränderliche kann durch Änderungen und unterschiedliche Perspektive auf die Staubwolke die Helligkeit und Form des Reflexionsnebel selbst scheinbar verändern.

16", 189x, fst 6m3 (10.01.2005)
Schwach, erst nach längerer Suche sehe eine leicht gebogene Aufhellung etwa 0,5' W von T-Tauri
(siehe Zeichnung)

20", 90x, fst 6m5+ (28.12.2008)
Einfach, problemlos ist neben T-Tauri der gebogene Nebel zu sehen; indirekt gut zu halten

IC 349 (Barnards Nebel)

Stefan Seip - astromeeting.de

Neben dem bekannten, schon in mittleren Ferngläsern zu erkennenden Reflexionsnebel NGC 1435 befindet sich ein weitere, kleiner, aber flächenheller Reflexionsnebel in unmittelbarer Nähe zu Merope. IC 349, oder auch "Barnard's Nebel" befindet sich nur 36" südlich vom 4,2 mag hellen Merope.

16", 600x, fst 6m5+
Sehr anspruchsvolles Objekt; um visuell erfolgreich zu sein ist gute Durchsicht, wenig Streulicht und ein möglichst reflexarmes Okular Grundvoraussetzung; der helle Sterne Merope ist zwingend aus dem Gesichtsfeld zu halten und der Nebel darf nicht auf den Spikes liegen; sind diese Voraussetzungen erfüllt ist dieser kleine Reflexionsnebel als schwache, aber indirekt gut zu haltende, leicht ovale Aufhellung zu erkennen; wiederholt mit gleicher Öffnung beobachtet
(siehe Zeichnung)

Barnard 33 (Pferdekopfnebel)

DSS II R 20' x 20'

Die unter dem Namen "Pferdekopfnebel" bekannte Dunkelwolke Barnard 33 befindet sich vor dem Emissionsnebel IC 434. Dessen Sichtbarkeit hängt also eng mit der Beobachtung des Emissionsnebels zusammen. Der "Deep Sky Mythos" schlechthin.

4", 50x, Hß, fst 6m5
Ab 13x + Hß Filter ist die Nebelkante von IC 343 auch unter nicht optimalen Himmelsbedingungen gut zu sehen; der Pferdekopf als Dunkelnebel taucht aber erst ab ca. 50x auf und erscheint als dunkle Einbuchtung in IC 343; einfacher als gedacht

20x125 Großfernglas, ohne Filter, fst 7m0+
Bei idealer Durchsicht (Gornergrat - 3150m Höhe) ist vom Nebel IC 343 selbst nichts zu sehen; der Dunkelnebel des Pferdekopfes ist aber als dunkles Loch einwandfrei zu erkennen; schwierig, aber sicher zu beobachten
(siehe Zeichnung)

5" Binoteleskop, 98x, Hß, fst 6m5+
Deutlich einfacher als erwartet; binokulare Beobachtung erweist sich trotz geringer Öffnung als großer Zugewinn; Dunkelloch von B 33 problemlos als schwarze Fläche zu sehen

6", ~50x, Hß, fst 7m+
Trotz perfekten Bedingungen immer noch schwieriges Objekt; mit Filter als dunkle Einbuchtung innerhalb des gut nachvollziehbaren IC 343 zu erkennen

10", ~70x, UHC, fst 6m5+
Bei sehr guten Landhimmel auch mit 10" und UHC zugänglich; IC 343 ist nur mit Schwierigkeiten zu erkennen; B 33 zeigt sich als dunkles Loch innerhalb IC 343; größer als vermutet/erwartet

16", 100x, Hß, fst 7m+
Einfaches Objekt; bereits direkt zeigt sich eine gut abzeichnende dunkle Fläche innerhalb des hellen IC 343; ansatzweise kann die Biegung der Mähne verfolgt werden; Schnauzenform schwierig, nur zu erahnen

20", ~100x, Hß, fst 7m+
Sehr einfach, direkt auffallend; schwach aber sicher kann die Form der Schnauze und der Mähne verfolgt werden
 

Cassiopeia A

Andreas Röhrig

Cas A bezeichnet ein Überrest einer Supernova, die im späten 17. Jahrhundert aufleuchtete. Weitere Besonderheit des noch jungen SNR ist die Nähe von nur ca. 11000 Lichtjahren. Auf Grund der schwachen und schmalen filigranartigen Struktur eine visuelle Herausforderung.

10", 143x, UHC, fst 6m5+
Ohne Filter ist nichts zu sehen. Mit UHC dann an der Position der hellsten Stelle des SNR eine deutlich flächige, etwa runde Aufhellung, die indirekt ständig gehalten werden kann. Mitbeobachter sieht Aufhellung ebenfalls. Mit [OIII] ist die Aufhellung zwar auch zu sehen, der Filter dunkelt aber zu sehr ab, sodass die Beobachtung mit UHC einfacher ist.

16", 180x, [OIII], fst 6m5+
Bei guter Durchsicht ist bereits bei 106x ohne Filter an der betreffenden Stelle eine runde und klar zu haltende Aufhellung zu sehen. Bei gesteigerter Vergrößerung (150x-180x) und [OIII] ist das Nordfragment problemlos als leicht gebogene Aufhellung zu sehen. Dessen O Rand scheint breiter und besser definiert, zeigt auch zwei dicht stehende stellare Aufhellungen, die sogar ohne Filter zu sehen sind. Am W Rand befindet sich ebenfalls eine flächige Aufhellung, die jedoch schwächer wie deren O Pendants wirkt. Außer dem Nordbogen ist visuell nichts von der SNR zu erfassen.
(siehe Zeichnung)
 

CTB 1 - Filamente

Mischa Schirmer

CTB 1, zunächst fälschlich als PN Abell 85 klassifiziert gehört zur Gruppe der Supernovaüberresten (SNR). Die auf den meisten Fotografien erkennbaren hellen Filamente im SO und SW leuchtet fast ausschließlich im nicht sichtbaren Ha. Helle [OIII] Bereiche befinden sich ausschließlich im NNW.

16", 110x, [OIII], fst 7m+
Vom Objekt ist nichts zu sehen; sehr schwieriges, reiches Sternfeld; großer Unterschied von Ha zu [OIII]; Sternkette wenige Minuten O vom [OIII] Gebiet täuscht PN vor, befindet sich aber nicht an exakter Stelle

27", 113x-172x, [OIII], fst 7m+
Hellste [OIII] Bereiche östlich vom 9,5mag hellen "Ausgangsstern" GSC 42853095, extrem schwieriges Sternfeld durch hohe Sterndichte und viele Sternketten; am besten bei 172x, Nebel ist indirekt sehr schwach durch eine Helligkeitsstufe zu identifizieren - der GSC bildet mit einem Dutzend Sterne als S Ende ein 5'x3' N-S Oval, welches Mittig eine klare Helligkeitskante aufweist, O heller als W; Nebel als solcher aber nicht zu sehen; eine ähnliche, aber noch schwierigere Kante ist 7,5' S vom GSC Stern angedeutet; bei den restlichen in [OIII] leuchtenden Stellen ist nichts zu erkennen
 

GM 1-29 (Gyulbudaghian's Nebel)

DSS II B 7' x 7'

Der kleine Bruder von NGC 2261. Der nördlich des sehr aktiven jungen Sterns PV Cep befindliche Reflexionsnebel variiert seine Helligkeit durch Bewegung der dem Stern umgebenen Materiewolken, sowie 2 aus der heftigen Sternphase bedingten Jets. Auf Grund dieser Tatsache ist der Nebel auch als ein Herbig-Haro Objekt 215 katalogisiert. Während er in inaktiver Zeit annähernd unsichtbar ist, kann bei aktiver und heller Phase bereits mit mittleren Teleskopen beobachtet werden.

16", 180x, fst 6m+ (16.05.2009)
Vom Objekt ist keine Spur zu sehen, Mond ist aber bereits knapp aufgegangen

16", 257x, fst 6m5+ (19.09.2009)
extrem schwache Fläche an exakter Position bestenfalls erahnt, aber nicht sicher und ständig zu halten; unsicher, eher negativ

16", 180x, fst 7m+ (20.10.2009)
Schwache Sterngruppe knapp nördlich problemlos zu sehen; selbst unter hochalpinen Bedingungen ist der veränderliche Nebel nur mit größter Mühe auszumachen; 20% der Beobachtungszeit blitzt eine schwache, kleine, aber flächige Aufhellung durch; indirekt nicht ansatzweise zu halten; Mitbeobachter sieht ebenfalls Aufhellung an der exakten Stelle; Nebel scheint im Jahr 2009 sein Minima zu  durchleben
 

Konusnebel

DSS II R 20' x 20'

Eines der am meisten fotografierten Winterhimmelobjekte ist visuell stets eine Herausforderung und deutlich schwerer als sein kleiner Bruder B 33. Grund dafür ist der dem eigentlichen Dunkelnebel umgebene Nebel Sharpless 2-237, der hauptsächlich im visuell nicht wahrnehmbaren Ha leuchtet. Für die Beobachtung des Nebels ist daher dringend ein Hß Filter zu verwenden.

16", Hß, fst 6m5+
Auch nach mehreren Versuchen unten idealen Mittelgebirgsbedingungen nicht zu sehen; Sterne entlang der Kanten können diese leicht vortäuschen

30", 123x, Hß, fst 6m+
Bei 123x und Hß deutlich beide Flanken wahrzunehmen; NO Flanke etwas deutlicher; Nebelfetzen am N Ende flächig; Dunkelkeil auf etwa 7' Länge zu beobachten; leicht konisch verlaufend
 

Simeiz 147 - Filamente

Stephan Messner

Ein oft hitzig diskutiertes Objekt der Supernovaüberrest Simeiz (Shain) 147 oder auch Sharpless 2-240. Das am Himmel etwa 3° im Durchmesser aufweisenden Objekt besteht aus vielen sehr feinen und hauptsächlich im Ha leuchtenden Filamenten. Höhere Vergrößerung für die Auflösung der Filamente und ein Hß Filter sind zur Beobachtung von Nöten.

noch nicht beobachtet


Galaxien
Messier 87 - Jet

Olaf Haupt

Der bereits im Jahre 1918 entdeckte Jet in M 87 rührt von einem Schwarzen Loch im Zentrum des Aktiven Kerns (AGN) der Galaxie her und erstreckt sich auf etwa 7000 Lichtjahre Länge. Für uns Amateure heißt das eine Gesamtlänge von nur etwa 20", wobei visuell nur der hellste Knoten mit etwa 5" nachzuvollziehen ist.

16", 514x-720x, Seeing II, fst 6m5+
Beide Galaxien SW des Kerns (1,85' SW - PGC 139919, 16,1 bmag; 2,55' SW PGC 41342, 16,7 bmag) einfach indirekt zu halten; vom Jet trotz gutem Seeing bei 514x und 720x wiederholt keine Spur

NGC 2685 (Helixgalaxie) - Polarring

DSS II R 5' x 5'

Neben NGC 660 einer der hellsten Polarringe. Diese Struktur befindet sich senkrecht zur langen Achse der Hauptgalaxie und überquert diese über deren Pol. Als Entstehungsgrund wird eine Kollision mit einer anderen Galaxie angenommen.

24", 390x, fst 6m5+
Galaxie selbst ist als helle (11,2 vmag) 3:1 NO - SW elongierte Aufhellung mit hellerem Kernbereich zu sehen; am Kernbereich sitzt eine schwache Aufhellung, die sich nach NW orientiert; schwach, aber sicher zu sehen; SO ist nichts vom Polarring zu sehen
(siehe Zeichnung)

NGC 4038/4039 (Antennen) - Gezeitenschweif

DSS II R 25' x 25'

Die beiden schmalen, auch "Antennen" genannten Strukturen weisen an ihrer breitesten Stelle nur etwa 0,5' auf und sind Produkt der Kollision beider Galaxien. Der nördliche ist auf etwa 8', der südliche auf 13' fotografisch nachweisbar. Visuell stellen diese schwachen Filamente eine große Herausforderung dar und fordern für ihre Sichtbarkeit beste Bedingungen und große Öffnung.

16", 75x-180x, fst 7m+
Trotz hochalpinem Standort und bester Durchsicht ist von den Antennen selbst nichts zu sehen

24", 185x, fst 7m+ (Namibia/Hakos)
Unter Südsternhimmel einfacher als zunächst erwartet; Arme jedoch nur bei 13mm Ethos zu sehen (3,2mm AP); Vorsicht Sternketten; NO Arm etwas heller; auf 5' Länge problemlos zu verfolgen; leicht gebogen; SW Arm am Ansatz der Galaxie auffällig, dann schwächer werdend, bis wieder ein hellerer Abschnitt folgt; insgesamt auf 12' Länge zu verfolgen; beide Arme dabei flächig breit
 

NGC 4676A/B (Mäuse) - Gezeitenschweif

DSS II B 5' x 5'

Die auch als "Mäuse" bekannten Galaxien kollidierten vor etwa 160 Mio Jahren und interagieren seit dem. Die "Auswürfe" sind ebenfalls Ergebnis der Kollision.

16", 257x, fst 6m5+
Sehr klein; schwierig aufzufinden; an beiden Galaxie ist bei hoher Vergrößerung deren Elongation zu erkennen; der Nordschweif ist als extrem schwache Aufhellung N von NGC 4676A zu erahnen, aber nicht sicher zu halten; Auswertung ergibt richtig gesehene Ausrichtung; Grenzbeobachtung mit 16"

20", 300x, fst 6m5+
Nordschweif nun sicher als Auswurf zu halten; immer noch schwacher Charakter; Länge schwer abzuschätzen

24", 315x, fst 6m5+
Nordschweif nun einfach und indirekt problemlos zu halten; zeigt sich als 1,5' langer, schmaler Streifen in exakter Nordrichtung; beide Galaxien mit typischer Elongation; auf NGC 4676B sitzt NO eine Aufhellung
(siehe Zeichnung)
 

Leo II - Einzelsterne

DSS II B 10' x 10'

Außer dem mittig stehenden 14,4 bmag hellen Vordergrundstern weisen alle anderen, zur Galaxie gehörigen Sterne Helligkeiten jenseits der 19 bmag auf, meist sogar schwächer als 20 bmag. Um diese also als Sterne sehen zu können benötigt es allergrößte Fernrohre, mit üblichen Amateurteleskopen werde diese wohl kaum sichtbar sein.

16", 75x, fst 6m5+
schwierigste Leo Galaxie; bei 75x aber problemlos zu sehen; gerade bei Fernrohrschwenken sicher zu sehen und indirekt gut zu halten; Leo II sitzt ca. 10' NW einer aus einem halben Dutzend 11mag Sternen bestehenden Sterngruppe; 3:2 N-S elongiert; visuell etwa bis auf 7'x4' zu verfolgen; Abgrenzung schwer festzulegen; zentral sitzt 13mag Stern; am NO und SW Ende sitzen jeweils auch 13mag Sterne; sonst strukturlos ohne Einzelsterne

Maffei II

DSS II R 10' x 10'

Die schwierigere der beiden Maffeis. Durch Staub unserer Milchstraße verdeckt weist diese Galaxie nur eine geringe Größe und Helligkeit am Himmel auf. Für die Sichtbarkeit sind große Öffnungen erforderlich.

16", 180x - 257x, fst 6m5+
Im Gegensatz zur einfachen Maffei I nicht zu sehen; 15mag Stern an O kante der Galaxie indirekt schwer aber sicher zu halten, von Galaxie jedoch keine Spur; 3' NW Dreieck aus 12mag Sternen

PGC 54559 (Hoag's Objekt) - Ring

DSS II B 5' x 5'

Eine der bekanntesten Ringgalaxien. Wissenschaftlich hochinteressant, da der aus jungen blauen Sternen bestehende Ring gravitativ mit dem Galaxienkern zusammenhängt. Der Kern selbst ist mit relativ kleinen Teleskopen sichtbar, der Ring als solches ist aber deutlich schwächer.

16", 360x, fst 7m+
Bereits bei 180x als kleine Fläche problemlos zu sehen; bei 360x rund; in der Mitte blitzt immer wieder stellare Aufhellung durch; vom Ringcharakter keine Spur
(siehe Zeichnung)

27", 419x, fst 7m+
Zentrum der Ringgalaxie einfach direkt zu sehen; bei 172x und 293x ist ein schwacher "Schein" um das annähernd stellare Zentrum auszumachen, klar und deutlich zu verfolgen, zwei Mitbeobachter sehen dieses ebenfalls; der Ring selbst ist als soKontralcher nicht zu sehen, obwohl der Kontrast zwischen helleren Zentrum und schwachen Außenbereich eine dunkle Zone vortäuscht

 

UGC 10214 (Tadpole Galaxie) -
Gezeitenschweif

DSS II B 7' x 7'

Der auf 280000 Lichtjahre Länge gezogene Materieschweif ist Produkt einer Beinahekollision - eines Vorbeizuges einer benachbarten Galaxie, die die eigentliche Galaxie UGC 10214 verformte. Der aus blauen Überriesen, die sogar zwei Kondensationen gebildet haben bestehende Schweif ist visuell äußerst schwierig zu erkennen.

16", 257x, fst 6m5+
Galaxie einfach als 1:2 O-W elongierte Aughellung mit leichter Konzentration zur Mitte hin zu sehen; vom Schweif bzw. dessen Knoten nichts zu sehen

27", 293x-419x, fst 7m+
Galaxie selbst hell und auffällig; elongiertes Zentrum O-W ausgerichtet; an den Enden des zentralen Balkens sitzen jeweils hellere Knoten, von denen Spiralansätze angedeutet, aber nicht direkt beobachtet werden konnten; Schweif schwer, aber indirekt schwach zu halten; wirkt visuell etwas breiter als fotografisch und biegt sich leicht nach N; innerhalb des Schweifes sind 2 Kondensationen zu erkennen, wobei die W heller und flächig wirkt; in näherer Umgebung (NW) PGC 2502068 (17,2 bmag) indirekt einfach als stellare Aufhellung, (S) flächige PGC 57108 (15,5 bmag)
(siehe Zeichnung)

 


Galaxiengruppen
NGC 6027A-E (Seyfert's Sextett) - Komponente E + Gezeitenschweif

DSS II R 5' x 5'

Ein Produkt einer gewaltigen Galaxienkollision aus 4 Einzelgalaxien. Das NO Gebilde ist ein Gezeitenschweif der Gruppe, die runde NGC 6027C ist eine Hintergrundgalaxie, die nur optisch zur Gruppe gehört. (weitere Informationen)

16", 450x, fst 7m+
Extrem kompakte Hickson-Gruppe; bei hoher Vergrößerung fallen zunächst Komponenten a, b, c in einem gleichschenkligen, rechtwinkligen Dreieck auf; hellste a dabei 2:1 O-W elongiert; b als zweithellstes Mitglied mit angedeuteter SW-NO Elongation; dritthellstes Mitglied c wirkt rund; direkt südlich von a ist mit d als stellare Aufhellung die vierte Komponente indirekt schwach aber sicher wahrzunehmen; d nicht zu sehen; an Wahrnehmungsgrenze meine ich NO von a eine längliche Aufhellung wahrzunehmen, jedoch unsichere Beobachtung
(siehe Zeichnung)

27", 450x, fst 7m+
Hell und auffällig schon bei 84x, Komponenten bei 419x sehr gut separiert, fantastischer Eindruck - tolle Gruppe; nebligen Hintergrund, a mit 1:2 O-W elongiert, direkt zu sehen, leicht zur Mitte hin konzentriert, direkt O hängt ein schwache, aber indirekt leicht zu haltende, längliche Aufhellung an, knickt Richtung NO, etwa 0,5' lang zu verfolgen; b ebenfalls direkt, 3:2 NO-SW elongiert, zur Mitte hin ebenfalls leicht elongiert; c klein, aber flächig, keine Elongation, direkt zu sehen; d klein, annähernd stellar, indirekt zu halten, nur 14" S von a; e mit Abstand schwerstes Mitglied der Gruppe, indirekt nur knapp zu halten, zeigt sich als exakt N-S verlaufende, schmale Aufhellung, die direkt S an b anhängt, mittig leicht heller
(siehe Zeichnung)

 

Hickson 50

DSS II R 5' x 5'

Eine sehr schwache, runde Galaxienkette aus 5 Galaxien mit Einzelhelligkeiten zwischen 18,6 und 20,1 mag. Als schwächste Hicksongruppe gehören allen 5 Galaxien physikalisch zusammen. Für ihre Beobachtung sind Öffnungen von >20" zwingend erforderlich. (weitere Informationen)

noch nicht beobachtet

Hickson 55

DSS II B 5' x 5'

Die Paradegruppe, die seit 1961 durch Burbidge den Namen "Galaxienkette" prägte. Die 5 Einzelmitglieder sind auf einen nur 1' großen, N-S ausgerichteten Raum verteilt. (weitere Informationen)

16", 360x, fst 6m5+
Als zarter, 1:4 elongierter Strich bereits bei 180x problemlos zu erkennen; bei 360x wirkt die Kette unruhig und körnig; a blitzt mittig relativ sicher immer wieder durch; b als die das südliche Ende markierende Galaxie als besser definierte Stelle unsicher aufblitzend

24", 390x, fst 6m5+
Extrem kompakte Hickson-Gruppe als ca. 60" lange Galaxienkette; im 24" bei 90x Komponente a und b zu erkenne; bei 210x ist mit c drittes Mitglied auszumachen; erst bei 390x alle 5 Mitglieder zu sehen; a dabei die hellste und leicht flächig wahrzunehmen; b als südlichste Galaxie am zweithellsten und ebenfalls flächiger Charakter; c sitzt zwischen a und b und wirkt leicht N-S elongiert; nördlichste Galaxie d stellar und eindeutig zu erkennen; e deutlich schwerer und nur indirekt als stellare Aufhellung aufblitzend
(siehe Zeichnung)
 

Shakhbazian 19

DSS II R 5' x 5'
Beschriftung bei "Mouse Over"

Eine weitere Gruppe in Form einer rundlichen Kette. Die 4 hellsten, in einer Hufeisenform angeordneten Galaxien weisen Helligkeiten zwischen 16,5 und 18,8 mag auf. Die Gruppe ist mit einem Durchmesser von etwa 17" sehr klein.

noch nicht beobachtet

8 Zw 388 (Halskette)

DSS II R 5' x 5'
Beschriftung bei "Mouse Over"

Ausgehend von der immerhin 16,5 bmag hellen PGC 3110345 östlich der Gruppe weisen die die "Halskette" prägenden Galaxien Helligkeiten unterhalb von 18 bmag auf, was sie selbst in großen Teleskopen visuell so schwierig macht.

noch nicht beobachtet


Quasare/Pulsare/Sterne
Messier 1 (Krebsnebel) - Pulsar

Volker Wendel/Bernd Flach-Wilken - spiegelteam.de

Einer der bekanntesten, schnell rotierenden Neutronensterne (~Pulsar) am Himmel (CM Tauri, NP0532, PSR B0531+21), der jedoch erst 1968 als solcher identifiziert wurde. Als schwächere und SW positionierte Komponente des zentrumsnahen Doppelsterns weist er eine Helligkeit von 16 mag auf.

16", 600x, Seeing III, fst 6m5+
Schwacher 15mag Stern zentrumsnah sicher zu halten; kein Trennung in ein Doppelstern und somit keine positive Beobachtung des Quasars selbst gelungen

M 42 - Trapezsterne E-H

Stefan Seip - astromeeting.de

Das berühmte Trapez im Herz des Orionnebel bietet neben den leicht zu trennendem Sternen A-D und den schwierigeren E (11,5 mag) und F (11,1 mag) mit G und dem Doppelsystem H zwei weiteren noch extremere Sterne. Beide weisen Helligkeiten von 16 mag auf und dürften daher entsprechend schwer bis visuell unsichtbar in Amateurteleskopen sein.

16", 515x, Seeing I-II, fst 7m+
E und F leicht mit großem Zwischenraum zu den Hauptsternen direkt zu sehen; von G und H keine Spur

Messier 57 (Ringnebel) - Sterne

Volker Wendel/Bernd Flach-Wilken - spiegelteam.de

Neben dem eigentlichen 15,7 mag hellen Zentralstern von M 57 befindet sich ein weiterer schwächerer Stern nur 8,5" NW. Dazu gesellen sich noch zwei weitere Sterne innerhalb des Rings. Helligkeitsangaben der Sterne sind auf Grund es hellen Hintergrundes nur bedingt möglich.

16", 720x, Seeing I-II, fst 7m+
Zentralstern ständig indirekt einfach zu halten; 2. Zentralstern deutlich schwächer, zeitweise aufblitzend und nicht zu halten, (vorher nicht bekannte) Position aber exakt und somit sichere Beobachtung; 3 Stern im SW als stellare Aufhellung zu sehen, von der Schwierigkeit ähnlich wie 2. Zentralstern
(siehe Zeichnung)

21", 680x, Seeing I-II, fst 7m+
Zentralstern knapp direkt ständig zu halten; 2. Zentralstern ohne vorherige Kenntnis der Lage gesehen; nicht zu halten, aber sicher aufblitzend; von mehreren Beobachtern bestätigt

27", 586x, Seeing III-IV, fst 7m+
Trotz schlechtem Seeing Zentralstern immer direkt zu halten; zweiter Zentralstern ebenfalls einfach und indirekt knapp zu halten; Mitbeobachter sehen zweiten Stern ebenfalls sicher
 

QSO 0957+561 (Doppelquasar) - Trennung

DSS II B 7' x 7'

Der astrophysikalisch durch eine Gravitationslinse hervorgerufener Effekt beschert uns Amateuren ein Doppelobjekt mit nur 6,1" Abstand. Die leicht variierenden und jeweils zeitlich verzögert auftretenden Helligkeiten der Komponenten liegen um die 17 mag. Diese sehr weit entfernte Objekt weist eine Rotverschiebung von z=1,41 auf.

16", 515x, Seeing III, fst 6m5+
Quasar einfach indirekt zu sehen und zu halten; keine Trennung zu sehen, auch keine längliche Elongation

20", ~500x, Seeing III, fst 6m+
Quasar einfach indirekt; leicht länglich, aber keine Trennung der Komponenten möglich

QSO 2237+0305 (Einsteins Kreuz) - Einzelkomponenten

WIYN 3,5m (NOAO/AURA/NSF)

Paradeobjekt für die visuelle Nachvollziehbarkeit Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie. Abgelenkt wird hier das Licht eines Quasars von der etwa 20x näheren Vordergrundgalaxie PGC 69457 (15,4 bmag). Zu sehen ist in Mitten der Vordergrundgalaxie der Quasar selbst und sein in 4 Komponenten aufgesplittertes Licht. Die zwischen 17,4 und 18,7 mag hellen Komponenten stehen mit Abständen zur Mitte von etwa nur 1" sehr eng zusammen.

noch nicht beobachtet

OJ 287

DSS II B 15' x 15'

Der Quasar mit dem schwersten derzeit bekannten Schwarzen Loch (18 Mrd Sonnenmassen). Das 3,5 Mrd Lichtjahre entfernte Objekt variiert seine Helligkeiten zwischen 12 und 16 mag auf Grund von Ausbrüchen sehr stark.

noch nicht beobachtet


Paare
Messier 22 - PN GJJC 1

Jim Misti

Ähnlich wie Pease1 in M 15 hier ein noch extremeres Paar zwischen Kugelsternhaufen M 22 und Planetarischen Nebel GJJC 1. Problematisch ist die Sichtbarkeit der ausgedehnten, aber extrem schwachen Nebelhülle des PN.

16", 600x, Seeing II, fst 7m+
Stelle des PN zügig gefunden; an der Position ist ein auffälliger 15mag Doppelstern, dessen eine Komponente den Zentralstern des PN darstellt; keine Nebelhülle zu sehen

18", 515x, Seeing II, fst 7m+
Doppelstern wieder einfach und gut zu trennen; trotz Nachführung, gutem Seeing und Filtereinsatz keine Nebelhülle zu sehen

24", 400x, Seeing III, fst 7m+ (Namibia)
Mit Messier 22 im Zenit und Filterrad ausgestattet ist wieder keine Spur von der Nebelhülle des PN zu sehen, trotz 600mm Öffnung
 

Messier 97 (Eulennebel) - Hintergrundgalaxie

DSS II B 7' x 7'

Neben dem bekannten Eulennebel befindet sich mit der Galaxie PGC 34279 ein weiters Objekt nur 4' SO. Die Galaxie weist eine Helligkeit von 15,8 bmag auf und sitzt exakt unterhalb eines 14 mag Sterns.

noch nicht beobachtet

NGC 891 - Begleitgalaxie

 

Die als 16,7 bmag heller Stern (2MASS02223046+4221370) aus der 2MASS Durchmusterung katalogisierte Galaxie sitzt nur ca. 1'NW des Zentrums von NGC 891 und besitzt eine relativ hohe Flächehelligkeit, was sie beobachtbar macht.

16", 360x, fst 6m5+
Galaxie an der Wahrnehmungsgrenze als annähernd stellare Aufhellung im Dreieck mit zwei 15mag Sternen zu sehen; indirekt zwar sicher, aber nicht ständig zu halten

20", 400x, fst 6m5+
Galaxie bei 20" Öffnung zwar immer noch schwer, aber indirekt ständig zu halten; leicht flächiger Eindruck

NGC 7293 (Helixnebel) - Hintergrundgalaxie

DSS II R 10' x 10'
 

Die ähnlich wie bei NGC 891 als Punktquelle katalogisierte Hintergrundgalaxie 2MASX J22290968-2047179 sitzt im NW Ringabschnitt des großen PN. Schwierigkeit bei der visuelle Beobachtung ist der helle Hintergrund des PN selbst.

16", 257x - 360x, fst 7m+
Auch unter Hochgebirgsstandorten ist nach mehrmaligen Versuchen nichts von der Galaxie zu sehen (siehe Zeichnung - ohne Galaxie)

24", ~300x, fst 7m+
Extrem schwer; Galaxie zwar indirekt zu sehen, aber nicht ständig zu halten; keine Fläche, sondern lediglich stellar

Abell 70 - Hintergrundgalaxie

Mike Durkin/Lily Joe/Adam Block/NOAO/AURA/NSF

Eines der spektakulärsten Paare am Himmel. Der PN Abell 70 mit der noch im kleinen Ring befindlichen Hintergrundgalaxie PGC 187663 (~16mag). Dichter ist eine Paarung aus PN und Galaxie nicht möglich und macht sie so zu einem visuellen Leckerbissen.

16", 360x, fst 7m0
im 16" ist die Galaxie im Ring schwer, aber als leichte, elongierte Aufhellung zu erahnen; der Ring selbst ist im [OIII] Filter schwer, eine leichtes Loch in der Mitte deutet Ringstruktur aber an
(siehe Zeichnung)

20", fst 7m2
bekannter PN mit Galaxie im Ring; Galaxie deutlich als 1:3 elongierte Aufhellung im Ring ohne Filter zu sehen; kein Zentralstern; Mitte des PN etwas dunkler; ich meine gegenüber der Galaxie an der südlichen Seite des Rings eine punktförmige Aufhellung zu sehen

24", fst 7m0
im 24" setzt sich die Galaxie sehr deutlich vom Ring ab; Elongation von 1:3 bis 1:4 sehr leicht zu beobachten; mit [OIII] Filter erscheint ein deutlicher Ring; Zentrum ist kaum noch von Nebel gefüllt; kein Zentralstern zu erkennen

27", 172x, fst 7m+
PN erscheint ohne Filter als helle, runde Fläche, die direkt gesehen werden kann; mittig wirkt dieser dunkler; die Galaxie ist als 1:3 elongierte Aufhellung direkt am PN gut zu erkennen; einzigartiges Objekt!

 

 

Name RA DEC Sternbild Helligkeit Größe Uranometria 2

Sternhaufen
NGC 206 00 40 32 +40 44 And / ~1,5'x4' 30
NGC 604 01 34 33 +30 47 Tri / ~1' 62
NGC 2419 07 38 09 +38 53 Lyn 10,3 vmag ~5' 57
NGC 6749 19 05 15 +01 54 Aql 12,4 vmag ~5' 105
Berkeley 83 20 01 25 +28 38 Vul / ~2' 66
Kronberger 28 20 06 32 +35 35 Cyg / ~1' 48
Palomar 15 16 59 51 -00 32 Oph 14,2 mag ~10' 107
Whiting 1 02 02 57 -03 15 Cet ~14 mag ~1' 119

Planetarische Nebel
M 27 (Hantelnebel) 19 59 36 +22 43 Vul 7,4 vmag (PN) ~13' (Halo) 66
M 57 (Ringnebel) 18 53 35 +33 02 Lyr 8,8 vmag (PN) ~2,5' (Halo) 49
NGC 2392 (Eskimonebel) 07 29 11 +20 55 Gem 9,1 vmag (PN) 0,9' 75
NGC 6543 (Katzenaugennebel) 17 58 33 +66 38 Dra 8,1 vmag (PN) ~5' (Halo) 10/11
NGC 7662 (Blauer Schneeball) 23 25 54 +42 32 And 8,3 vmag (PN) 0,62' 30
CRL 2688 (Egg Nebel) 21 02 19 +36 42 Cyg 14 mag (12,3 mag) ~55" (Strukturlänge) 47
PNG 226.7+05.6 (Red Rectangle) 07 37 19 -09 39 Mon (~9 mag) ~65" x 85" (Struktur) 136
Rotten Egg Nebel 07 42 17 -14 43 Pup / ~39" (Strukturlänge) 135

Galaktische Nebel
NGC 1555 (Hind's Varibaler Nebel) 04 21 57 +19 32 Tau variabel 0,5' 78
IC 349 (Barnard's Nebel) 03 46 20 +23 57 Tau / ~0,2' 78
Cassiopeia A 23 23 27 +58 49 Cas / ~4' 18
CTB 1 (Abell 85) 23 59 15 +62 27 Cas / ~34' (8, 18)
GM 1-29 (Gyulbudaghian's Nebel) 20 45 56 +67 58 Cep / ~1' 9
LBN 911 (Konusnebel) 06 41 13 +09 26 Mon / ~9' (Länge DN) 95/96
Simeiz 147 (Sh 2-240) 05 39 +27 55 Tau / ~3° 77

Galaxien
M 87 (Jet) 12 30 49 +12 23 Vir 8,6 vmag (G) ~0,5' (Länge Jet) 91 (A 13)
NGC 2685 (Helixgalaxie) 08 55 35 +58 44 UMa 11,2 vmag (G) ~0,5' (Ausdehnung Polarring NW) 26
NGC 4038/4039 (Antennen) 12 01 53 -18 52 Crv 10,3/10,4 vmag (G) ~14' Länge Gezeitenschweif) 150
NGC 4676A/B (Mäuse) 12 46 10 +30 44 Com 13,5/13,8 vmag (G) 1,5' (Länge Gezeitenschweif) 53
Leo II (Leo B, UGC 6253) 11 13 28 +22 09 Leo 12,6 bmag ~7' 73
Maffei II 02 41 55 +59 36 Cas ~16-17 bmag ~0,1' (Durchmesser Zentrum) 29
PGC 54559 (Hoag's Objekt) 15 17 14 +21 35 Ser 16,1 bmag 50" (Durchmesser Ring) (70)
UGC 10214 (Tadpole Galaxie) 16 06 04 +55 26 Dra 14,8 bmag 2,8' (Länge Gezeitenschweif) 22

Galaxiengruppen
NGC 6027 (Seyfert's Sextett) 15 59 12 +20 45 Ser 13,2-15,4 vmag ~2' (Durchmesser Gruppe) 69
Hickson 50 11 17 07 +54 55 UMa 18,6-20,1 bmag ~0,5' (Durchmesser Gruppe) 24
Hickson 55 11 32 06 +52 57 Dra 15,9-17,5 bmag 1' (N-S Länge) 13
Shakhbazian 19 13 28 30 +15 50 Com 16,5-18,8 bmag 0,2' (Durchmesser Gruppe) 90
8 Zw 388 (Halskette) 14 15 06 -00 29 Vir 16,5->20 bmag 0,5' (Durchmesser Halskette) 109

Quasare, Pulsare, Sterne
M 1 (Krebsnebel) 05 34 32 +22 01 Tau 16 mag (Pulsar) / 77
M 42 (Trapezsterne Großer Orionnebel) 05 35 16 -05 23 Ori 11,1 - 16 mag (Sterne E-H) / 116, 136
M 57 (Ringnebel) 18 53 35 +33 02 Lyr 15,7 - ~16 mag (Sterne) / 49
QSO 0957+561  (Doppelquasar) 10 01 21 +55 54 UMa ~17 mag (variabel) / 25
QSO 2237+0305 (Einstein's Kreuz) 22 40 30 +03 22 Peg 17,4 - 18,7 mag (Komponenten) / 102
OJ 287 08 54 49 +20 07 Cnc 12 - 16 mag (variabel) / 74

Paare
M 22 + GJJC 1 18 36 24 -23 55 Sgr / / 145
M 97 + PGC 34279 11 14 56 +54 59 UMa 15,8 bmag (G) ~0,4' (G) 24
NGC 891 + 2MASS 02 22 31 +42 22 And ~17 bmag ~0,1' (G) 43, 44
NGC 7293 (Helixnebel) + 2MASX 22 29 10 -20 47 Aqr ~17 bmag ~0,1' (G) 142
Abell 70 + PGC 187663 20 31 33 -07 05 Aql ~16 bmag (G) 1'x0,2' (G) 124

© DSS Bilder: Space Telescope Science Institute (California Institute of Technology, National Science Foundation, the National Geographic Society, the Sloan Foundation, the Samuel Oschin Foundation, Eastman Kodak Corporation)